Presseveröffentlichungen


2007 19 Nov

PRESSEMITTEILUNG - Bildungspolitik

BAföG-Erhöhung bringt kaum Entlastung für Studierende

Zschächner

Junge Liberale vermissen nachhaltiges Konzept der Studienfinanzierung
Am vergangenen Freitag beschloss der Bundestag die Erhöhung des Bundesausbildungsförderungsgeldes (BAföG) ab dem Wintersemester 2008. Nach Meinung der Kreisvorsitzenden der Jungen Liberalen (JuLis) Greiz, Evelyn Zschächner, ist dieser Schritt nach der letzten Anpassung im Jahr 2002 und der seither enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten längst überfällig. Vor dem Hintergrund der Erhöhung der Abgeordnetenentschädigung ist dies aber vor allem ein symbolisches Geschenk an die Studierenden. Besonders die Anhebung der Elternfreibeträge um 8 Prozent ist ein wichtiger Beitrag, die Zahl der BAföG-Berechtigten und damit auch die Zahl der Studienanfänger zu erhöhen. "Dennoch ist die Erhöhung der Finanzmittel kein Grund zur Euphorie. Der Großteil der Studierenden ist auf die Finanzierung des Studiums durch monatliche Zahlungen der Eltern oder durch Nebenjobs angewiesen", so die JuLi-Kreisvorsitzende Zschächner. Sie kritisierte die derzeitige Regelung als "völlig unausreichend und nicht zukunftsfähig." Da das Einkommen der Eltern als Berechnungsgrundlage für den Anspruch auf staatliche Ausbildungsförderung dient, sind junge Menschen für die gesamte Dauer ihrer Ausbildung von der finanziellen Situation ihrer Eltern abhängig. "Besonders für Studierende, deren Eltern kein regelmäßiges Einkommen haben, ist das Warten auf den BAföG-Bescheid immer eine Zeit extremer Anspannung, da nie sicher ist, ob und wieviel finanzielle Unterstützung gewährt wird." Auch die Vergabe von Krediten auf Grundlage des BAföG-Regelungssatzes schließt diejenigen aus, die auch nicht vom BAföG profitieren. "Das sind nicht nur die jungen Frauen und Männer, deren Eltern weit überdurchschnittlich verdienen, sondern eben auch die, deren Eltern nur wenig über der Bemessungsgrenze liegen", so Zschächner. "Angesichts der angestrebten Verkürzung der Studiendauer durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüsssen wird der Druck auf die jungen Menschen immer höher", so die 26jährige Politikwissenschaftlerin. "In immer kürzerer Zeit muss die Ausbildung beendet und zahlreiche Praktika absolviert werden, um Berufserfahrung zu sammeln. Aufgrund der prekären Finanzlage, in der sich zahlreiche Studierende befinden, ist die ausschließliche Konzentration auf das Eigentliche, nämlich die Ausbildung, nicht möglich." Jede Regierung muss daran interessiert sein, die Zahl der Absolventen zu erhöhen. Dieses Ziel kann, so die Kreisvorsitzende der JuLis, "nur erreicht werden, indem der Ausbau von Kredit- und Darlehensangeboten für alle Studierenden deutlich forciert wird. "Das Verhindern dieser Möglichkeiten der Studienfinanzierung aus Sorge um die Verschuldung junger Menschen ist völlig überzogen. Es darf nicht vergessen werden, dass Studierende mündig und fähig sind, ihr Leben selbständig zu planen." Zschächner weist abschließend darauf hin, dass die "heute angebotenen Kredite, die bereits kurz nach dem Ende des Studiums zurückgezahlt werden müssen, keine attraktive Option der Studienfinanzierung sind."


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