Junge Liberale kritisieren staatliche Beteiligungen
Kuske: Aktive Wirtschaftspolitik ist Synonym für Staatswirtschaft
Die Jungen Liberalen (JuLis) in Thüringen haben sich vehement gegen eine stärkere Beteiligung des Freistaates an Firmen ausgesprochen. „Die von Wirtschaftsminister Machnig propagierte aktive Wirtschaftspolitik ist nichts anderes als eine geschickte Umschreibung für Staatswirtschaft. Die hatten wir hier schon einmal, die ist grandios gescheitert“, sagte der Landesvorsitzende der JuLis, Bernhard Kuske am Dienstag in Erfurt. Gestern hatte die landeseigene Beteiligungsgesellschaft bm-t angekündigt, sich in diesem Jahr bei etwa einem Dutzend Unternehmen engagieren zu wollen. „Wir sind nicht davon überzeugt, dass politisch gelenkte Investitionen der Wirtschaft im Freistaat insgesamt gut tun.“ Vielmehr befürchteten die JuLis laut Kuske „weitere willkürliche Entscheidungen des Wirtschaftsministers“ und verweisen auf die Förderpolitik in Sachen Opel. Während kleine und mittelständische Unternehmen nachweisen müssten, mit Fördergeldern neue Arbeitsplätze zu schaffen, habe der Sozialdemokrat Machnig bei dem Autobauer faktisch ein „Lex-Opel“ geschaffen. Kuske kritisiert, dass es Machnig lediglich auf „schöne Schlagzeilen statt seriöser Sacharbeit“ ankomme. Anders sei die Ankündigung des Wirtschaftsministers nicht zu verstehen, dass bei Bedarf noch weitere finanziellen Mittel für Unternehmensbeteiligungen zur Verfügung stünden – je nach dem wie wichtig das Investment für Thüringen sei.
Kuske forderte, dass sich Thüringen statt dessen darum kümmern solle, „mittelstandsgerechte Strukturen“ zu schaffen. „Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Statt nach politischem Gutdünken festzulegen, welche Branchen und Unternehmen als förderwürdig erscheinen, sollte Machnig die wirtschaftliche Realität im Land zur Kenntnis nehmen.“ Er sei gespannt auf das wirtschaftspolitische Grundsatzpapier, dass die FDP-Fraktion im Thüringer Landtag in diesem Jahr vorlegen will. Davon erhoffe er sich „ein deutliches Kontrastprogramm zur Politik der großen Schlagzeilen“, so Kuske abschließend.
Artikel zum Sachverhalt beim MDR unter: http://www.mdr.de/thueringen/beteiligung100.html
2 Comments
Wer sind die JuLis?
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- JuLisThueringen: für uns fährt der stellvertretende Landesvorsitzende @schlummerm nach Stuttgart zum Dreikönigtreffen. Wir sind gespannt auf die Reden morgen
- JuLisThueringen: wir treffen uns diesen Donnerstag in Erfurt im Übersee zum Jahresabschluss http://t.co/GRDSiC0g Komm vorbei! ^ms
- JuLisThueringen: wir stehen Schillerstrasse Ecke Frauenplanstrasse in der Vereinshütte und sammeln für krebskranke Kinder





Bernhard: Es ist ein Unterschied, von einer Lex-Opel zu sprechen, und dass mit der bm-t in Verbindung zu bringen. Gerade weil ein privates Risiko-Engagement im Bereich StartUp und Hochtechnologie in Deutschland praktisch kaum noch existent ist, ist es eine gute Sache, wenn die bm-t Geld in innovative Konzepte investiert und spannende Unternehmen damit nach Thüringen holt. Natürlich bin ich mit Dir einer Meinung, was staatliche Beteilungen in Großunternehmen betrifft. Aber das darf nicht mit Innvotionsförderung und ‘StartUp’ Seed-Financing verwechselt werden.
Liebe Gruesse.
Michaela
Sicher ist die StartUp-Finanzierung in Deutschland noch lange nicht mit amerikanischem Niveau vergleichbar, aber warum deswegen der Staat die Lücke schließen soll, bleibt mir persönlich unverständlich. Das ist nicht grade eines der Rezepte, das Amerika stark gemacht hat und in diesem Zusammenhang zur heutigen Position geführt hat.
Wir sollten mehr auf privatwirtschaftliches Engagement setzen und nicht unzählige verkapselte Landesgesellschaften aufleben lassen…