Für eine moderne Berufsausbildung – Weichenstellung für das nächste Jahrzehnt
Aus Julis Thüringen Wiki
Zwei von drei Schulabgängern entscheiden sich in Deutschland für den Weg einer beruflichen Ausbildung. Sie ist ein Erfolgsmodell und Vorbild für viele andere Länder. Leider krankt auch das duale Ausbildungssystem an der Reformverweigerung von Rot-Grün und Schwarz-Rot. Durch die heutige Vielfalt der Ausbildungsberufe und der Schnelllebigkeit im 21. Jahrhundert müssen schnellstens strukturelle Reformen auf den Weg gebracht werden, um die Qualität beruflicher Ausbildung weiterhin auf einem hohem Niveau zu halten.
Die Jungen Liberalen Thüringen fordern Bund und Länder auf, die Potentiale der beruflichen Ausbildung im Sinne junger Menschen weiter zu verbessern. Dazu zählen fundamental:
1. Aufnahme einer Ausbildung erleichtern – Perspektiven zeigen
- Anregung regionaler Ausbildungsbörsen und kommunaler Projekte
- Stärkung des Übergangs zwischen Schule und Berufsschule durch individuelle Förderung und Betreuung sowie verstärkte Schul-Praxisphasen – im Gegenzug eine sofortige Beendigung des heutigen Förder- und Maßnahmenchaos
- bessere Kommunikation der Vielfalt der ca. 350 deutschen Ausbildungsberufe, um fehlende oder falsche Berufsvorstellungen zu korrigieren
- Überprüfung der wirkungslosen Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit zur Vermittlung von Ausbildung (2008: 14.500 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz bei gleichzeitig 19.500 offenen Azubi-Stellen)
2. (Berufs-)Bildung als gesamtheitliche Aufgabe
- stark von einander abweichende Landesgesetze für Studienaufnahme von beruflich Qualifizierten auf gemeinsamen Standard bringen: einfache, transparente Zugangsbedingungen
- Studienabläufe individualisieren, Teilzeitstudienmöglichkeiten verbessern
Verbesserung der Anrechnungsmöglichkeiten von erworbenem Wissen zwischen unterschiedlichen Bildungswegen (z.B. zwischen FH und Ausbildung)
- Orientierung hin zu modulartigen „Ausbildungsbausteinen“, die flexibel kombinierbar sind
- Erweiterung des Erfolgsmodells der dualen Studiengänge – Schluss mit der bürokratischen Behinderung privater Hochschulen
3. Rahmenbedingungen richtig setzen
- Die Wehrpflicht stiehlt gerade frisch im Beruf stehenden jungen Männern ein dreiviertel Jahr ihrer Arbeitszeit, da nur die Ausbildung selbst ein Zurückstellungsgrund im Sinne des Wehrpflichtgesetzes darstellt. Es ist daher dringend notwendig, wenigstens dem Wehrpflichtgesetz einen Ausnahmetatbestand („Übernahme aus Berufsausbildung“) hinzuzufügen oder Totalverweigerung straflos zu stellen.
- Die immer stärkere internationale Arbeitsteilung verlangt eine Vergleichbarkeit von Ausbildungsgängen. Hier muss vermehrt der DQR (Deutsche Qualifikationsrahmen) mit dem EQR (europäischen Qualifikationsrahmen) abgeglichen werden.
