Neue Wege für moderne Hochschulen!
Aus Julis Thüringen Wiki
Überfüllte Hörsäle, schlechter Zustand von Bibliotheken und Gebäuden und Professoren, die man nur vom Namen her kennt, sind leider auch an Thüringens Hochschulen keine Ausnahme mehr.
Dem wollen wir Junge Liberale entgegenwirken. Wir meinen, dass ein rohstoffarmes Land wie Deutschland in eine exzellente Bildung seiner Kinder investieren muss. Um die Qualität von Hochschulen zu sichern, müssen neue Wege beschritten werden. Für uns muss sich eine moderne Hochschulpolitik an den folgenden Kriterien orientieren:
Eine umfassende Autonomie der Hochschulen muss wichtigstes Ziel der Hochschulpolitik sein. Denn nur eine autonome Hochschule kann mit anderen Hochschulen in den Wettbewerb treten, um so nötige Qualitätsverbesserungen zu erzeugen.
Im Rahmen der Finanzautonomie fordern wir, dass die Hochschulen mit Globalbudgets ausgestattet werden. Außerdem müssen die Hochschulen die Möglichkeiten erhalten, sich selbst neue Finanzquellen, etwa in Form von Werbung und Sponsoring, zu erschließen.
Der staatliche Einfluss auf die Hochschulen soll darin beschränkt bleiben, dass die Haushaltspläne durch das für die Hochschulen zuständige Ministerium genehmigt werden und eine Qualitätssicherung der Hochschulaufgaben sichergestellt wird.
Wir Junge Liberale Thüringens meinen, dass in diesem Zusammenhang auch allgemeine Studiengebühren kein „Tabu-Thema“ sein dürfen. Das vom Bundesverband der Jungen Liberalen entwickelte Modell der „Bildungsgutscheine“, wonach jeder Student eine bestimmte Anzahl von Gutscheinen zum Studium seiner Wahl erhält, unterstützen wir grundsätzlich.
Allerdings meinen wir, dass die Hochschulen selbst die Möglichkeit dazu haben sollten, eine Eigenbeteiligung der Studenten an den Gutscheinkosten zu verlangen. Studenten, die sich diese Eigenbeteiligungen nicht aus eigener finanziellen Kraft leisten können, sollen die Möglichkeit erhalten, zinsgünstige staatliche Darlehen in Anspruch nehmen zu können. Diese Möglichkeit wollen wir im Rahmen einer umfassenden Reform des Bafög schaffen. Wir Jungen Liberalen Thüringen fordern, dass künftig jedem Studenten, der dies wünscht, innerhalb der Regelstudienzeit eine ausreichende Ausbildungsförderung zur Verfügung gestellt wird. Diese soll allerdings, anders als heute, als zinsgünstiges Darlehen gewährt werden, das nach Abschluss des Studiums und bei Erreichen einer bestimmten Einkommensgrenze vollständig zurückgezahlt werden muss. Für schnelles Studieren sollen finanzielle Anreize geschaffen werden.
Darüber hinaus meinen wir JuLis, dass an einer modernen Hochschule kein Platz mehr ist für beamtete Professoren. Wir fordern, dass das Dienst- und Beamtenrecht dahingehend geändert wird, dass die Hochschulen selbst Dienstherr ihrer Mitarbeiter werden. Über die Einstellung der Professoren sollen die demokratisch gewählten Gremien der Selbstverwaltung entscheiden.
Wir wollen auch, dass zukünftig die Studenten ihre Hochschule und die Hochschule ihre Studenten selbst auswählen dürfen. Dafür ist es notwendig, dass Thüringen den mit der ZVS geschlossenen Staatsvertrag kündigt, damit diese langfristig überflüssig wird.
Um die deutschen Hochschulen fit für die Zukunft machen zu können, müssen sie sich aber auch den internationalen Herausforderungen stellen. Um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Absolventen zu erhöhen, wollen wir, dass die Abschlüsse international vergleichbarer werden. Das bedeutet nicht, dass staatliche Lehrpläne für die Hochschulen festgeschrieben werden sollen, sondern vielmehr, dass vom Staat Bildungsziele definiert werden; wie diese erreicht werden, soll den autonomen Hochschulen überlassen bleiben.
In diesem Sinne fordern wir ebenfalls, dass die noch in Länderhoheit befindlichen Staatsexamina für Lehrer und Juristen bundesweit vereinheitlicht werden.
