Trassenbau für ICE und Bundesautobahnen

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Die Jungliberale Aktion Thüringen e.V. setzt sich entschieden für alle Maßnahmen ein, die eine Verbesserung der Lebensqualität der Thüringer Bevölkerung bringen. Wir befürworten den Bau von Verkehrsstrecken durch den Thüringer Wald unter Berücksichtigung des weitest gehenden Erhaltes unseres einmaligen Ökosystems Thüringer Wald und der Belange der dort ansässigen Bevölkerung.

ICE

Sinnvoll gestaltete Hochgeschwindigkeitstrassen für den Personenfernverkehr der Eisenbahnen bringen bei gleichzeitigem Ausbau eines vertakteten Regionalschienennetzsystems für die Bevölkerung unseres Landes eine attraktive billige umweltschonende Verkehrsanbindung.

Wir halten zusätzliche, bisher in den konkreten Planungen der Deutschen Bahn AG für die ICE-Neubautrasse von Nürnberg nach Erfurt z.B. noch nicht berücksichtigte, Kriterien für sehr wichtig. Neu zu bauende ICE-Trassen sollten nur dem Personenfernverkehr dienen. Es sollten Hochgeschwindigkeitszüge mit Neigetechnik in Einsatz kommen, wenn es die geographischen Gegebenheiten wie im Thüringer Wald erfordern, um eine optimale topographische Anpassung zu erreichen. Außerdem verringern sich dadurch die Kosten und der zeitliche Aufwand in der Bauphase. Bei somit geringstem Platzbedarf und minimalen Schadstoffemissionen stellt dies den verträglichsten Eingriff in die Natur bei optimaler Verkehrsanbindung dar.

Speziell für den Bau der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald setzen sich die Jungen Liberalen für die Beibehaltung des Streckenverlaufes über die Landeshauptstadt Erfurt ein. Erfurt bildet das politische, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zentrum unseres Landes. Über die Landeshauptstadt können der Süd- und Ostthüringer Raum besser an das Gesamtschienennetz angeschlossen werden als etwa bei einem Streckenverlauf über Gera.

Wir plädieren weiterhin für eine durchgreifende Umsetzung des Konzeptes „Güterlasten von der Straße auf die Schiene". Das bedeutet, dass jetzt endlich die Zeit des Einsatzes von Worthülsengeschwadern beendet Sein muss und nun die Chance besteht, nach Worten Taten folgen zu lassen. Speziell in Thüringen müssen folgende Strecken für den regionalen und überregionalen Güterzugverkehr ausgebaut werden:

  • Erfurt - Suhl - Coburg – Lichtenfels
  • Eisenach - Meiningen – Schweinfurt
  • Bebra - Vacha - Meinigen - Coburg/Schweinfurt
  • Altenburg - Plauen - Hof - Marktredwitz – Regensburg

Die bereits bestehende Saaletalstrecke Jena - Saalfeld - Probstzella -Lichtenfels dient bereits im Nord-/Südverkehr als Personen- und Güterfernverkehrsstrecke. Voraussetzung für den Ausbau der genannten Strecken ist allerdings ein entsprechender Bedarf im Regionalgüterverkehr. Hier müssen einfache Logistikzentren geschaffen werden, die mittels einer Art Huckepackverkehr eine Erleichterung für den gebündelten Transport von Gütern auf lohnenden Relationen erbringen. Dieses Konzept sollte auch in Form von Trassenbündelungen z.B. entlang von BAB umgesetzt werden. Denkbar wäre ein Huckepackverkehr für Pkw und Lkw zwischen großen Ballungszentren entlang der Autobahnen auf dem Schienenweg.

Bundesautobahn

Die Jungen Liberalen Thüringens bekennen sich grundsätzlich zum Bau von neuen Bundesautobahnen, sofern ein gravierender Bedarf auszumachen ist. Die sich derzeit im Bau befindliche Waldautobahn von Coburg über Suhl nach Erfurt hält den ökologischen Erfordernissen eines für Mensch und Natur behutsam angelegten Verkehrssystems keinesfalls stand. Mit verschwenderischem Raubbau wird der sanfte Tourismus vernichtet und der transeuropäische Schwerlastverkehr durch ein bedeutsames und subtiles Naturdomizil geführt.

Im Falle der Thüringer Waldautobahn sprechen ökologische Gründe eher für den Ausbau der bestehenden Bundesstraßen einschließlich dem Neubau derselben. Die bereits fertig geplante Autobahn sollte nach unserer Auffassung maximal vierspurig ausfallen und in ihrer Streckenführung den topographischen Gegebenheiten des Thüringer Waldes optimal angepasst werden. Für die unabwendbaren Eingriffe in die Natur müssen entsprechende Ausgleichsmaßnahmen erfolgen. Grundsätzlich sollte mehr Geld beim Bau der Trassen für die harmonische Einbindung derselben in die natürlichen Gegebenheiten des Umfeldes investiert werden. Dazu gehört unter anderem der Vorschlag, nicht mehr für jeden Standort eine neue Brücke zu planen und zu konstruieren, sondern bundesweit in Baukastenweise ein einheitliches Brückensystem vor Ort einzusetzen. So würden mehr Gelder für Begrünung der tristen Autobahn-Randstreifen frei.

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